Dies ist eine kompakte Übersicht zu TB-500 — geschrieben für Leser, die mehr als einen Absatz, aber kein Lehrbuch wollen.
Diese Seite wurde am 2026-06-14 aktualisiert und wird regelmäßig bei neuen Erkenntnissen überarbeitet.
Der Begriff K.-o.-Tropfen ist ein umgangssprachlicher und unspezifischer Begriff, der entgegen der weit verbreiteten Wahrnehmung nicht nur mit einer, sondern mit einer Vielzahl an Substanzen in Verbindung gebracht wird, die je nach Anwendungszusammenhang auch vollkommen andere und erwünschte Wirkungen haben. Viele dieser Substanzen werden normalerweise therapeutisch als Schlaf- oder Beruhigungsmittel oder als Partydroge benutzt, sie werden also erst durch die Heimlichkeit und zudem oft erst durch Überdosierung zu K.-o.-Tropfen. Beispiele sind Benzodiazepine wie Flunitrazepam, Flualprazolam und Temazepam, Antihistaminika, γ-Hydroxybuttersäure (GHB, Liquid Ecstasy) und deren intramolekularer Ester γ-Butyrolacton (GBL), Ketamin, Medetomidin, Anticholinergika wie Scopolamin (Hyoscin) und Atropin, 1,4-Butandiol oder Neuroleptika, wie Haloperidol, welches beispielsweise in den 1980er Jahren im bekannten Fall um die Münchner Gaststätte Donisl eingesetzt wurde. Früher wurden auch Chloralhydrat, Barbiturate und Methyprylon genannt. Insgesamt sind weit über 100 Wirkstoffe missbräuchlich als K.-o.-Mittel einsetzbar. Hinsichtlich der Sicherheit sind vor allem Barbiturate sowie GBL und GHB bei Überdosierung lebensgefährlich, da die Gefahr eines Atemstillstands besteht.
Quellen: de.wikipedia.org
Potenzielle Täter stehen somit vor der „Herausforderung“, einen Angriff exakt und unter Berücksichtigung der Verfassung des Opfers zu dosieren, da insbesondere bei GBL und GHB in niedrigerer Dosierung die von freiwilligen Konsumenten gewünschten Effekte wie Bewegungsdrang und Euphorie überwiegen, bei Überdosierung jedoch Atemstillstand und Tod drohen, insbesondere im Zusammenhang mit Alkohol. Insbesondere Ketamin und GBL werden oft in genau dem Umfeld, in dem sie mutmaßlich als Vergewaltigungsdroge missbraucht werden, nämlich in Clubs und Diskos, als Partydroge auch freiwillig konsumiert, da sie in geringerer Dosis eine eher entspannende oder euphorisierende als einschläfernde Wirkung haben. Die Einordnung einer Substanz als K.-o.Tropfen ist daher nur angebracht, wenn diese Mittel heimlich bzw. in heimlich höherer Dosis verabreicht werden. So kommentierte die taz, das Problem sei „die Heimlichkeit, der Übergriff und der Vergewaltiger – und nicht der Stoff“. Im übertragenen Sinne können auch Alkohol bzw. alkoholische Getränke als K.-o.-Tropfen bezeichnet werden, da das absichtliche Betrunkenmachen anderer Personen mit dem Ziel sexueller Annäherung eine weitverbreitete Praxis ist, beispielsweise durch das Einladen oder Auffordern zum Konsum alkoholischer Getränke, umgangssprachlich auch „jemanden abfüllen“ genannt. Im Unterschied zu „klassischen“ als K.-o.-Tropfen bezeichneten Substanzen wird Alkohol allerdings in der Regel nicht heimlich verabreicht und auch nicht als Tropfen beigemischt, sondern in größeren Mengen getrunken.
Quellen: de.wikipedia.org
Eine Veröffentlichung der University of Ulster bezeichnet Alkohol als die weitestverbreitete „Date Rape Drug“. Eine in Großbritannien durchgeführte und 2006 veröffentlichte Studie ermittelte, dass in über 99 % der untersuchten Verdachtsfälle Alkohol zumindest beteiligt war (siehe unten zur Verbreitung).
Quellen: de.wikipedia.org
=== Hintergründe === K.-o.-Tropfen werden in diversen Wirkstoffkombinationen oft eingesetzt, um demjenigen, der sie unauffällig seinem potenziellen Opfer verabreicht, Straftaten zu ermöglichen. Besonders häufig sind Raub- oder Sexualdelikte. Obwohl Pressemitteilungen über die Verwendung von K.-o.-Mitteln zugenommen haben, existieren keine offiziellen Statistiken zur Häufigkeit drogenassoziierter Sexualdelikte, was nicht zuletzt an der vermuteten hohen Dunkelziffer liegt. Darüber hinaus sind Verurteilungen wegen Beibringung von K.-o.-Mitteln mit Anschlussstraftaten in Europa aufgrund der im Verfahren auftretenden Beweisprobleme relativ selten. Es gibt keine deutschlandweiten Studien zum Einsatz von K.-o.-Tropfen im Zusammenhang mit Straftaten und die meisten gerichtlichen Verfahren müssen – aus Mangel an Beweisen – eingestellt werden. Der Grund besteht darin, dass der chemische Nachweis nur innerhalb weniger Stunden möglich ist. Da die Wirkungsweise zudem darauf abzielt, Betroffene wehr- und willenlos zu machen und die Opfer im Anschluss zum Teil große Erinnerungslücken aufweisen, werden sie oft nicht schnell genug untersucht, um einen chemischen Nachweis zu ermöglichen. Präzise Angaben zum Tathergang zu machen, ist für die meisten Opfer nicht möglich. Im Jahr 2019 antwortete die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage, in der es um „γ-Butyrolacton: Schutz vor sogenannten K.-o.-Tropfen“ ging.
Quellen: de.wikipedia.org
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